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Der schwarze See






 

ARS LITTERAE Band 1, All-Age-Fantasy

Barbara Büchner



ISBN: 978-3-940235-75-6

Erschienen: Apr. 09

Preis: 14,90 Euro

Broschiert, 192 Seiten



 

  

Klappentext  

 

 

 

Hüte dich vor Dingen, die Menschen waren 

und nicht mehr sind,

vor Dingen, die Menschen sein wollen 

und keine sind,

und vor Dingen, die wie Menschen aussehen 

und keine sind.

 

Ein Stausee, auf dessen Grund sich Mysteriöses abspielt, monströse Kreaturen aus einer anderen Welt, die ein Städtchen bedrohen und fünf Jugendliche, die das verhindern wollen …

 

Erfolgsautorin Barbara Büchner schuf mit „Der schwarze See“ einen All-Age-Phantastikroman in lovecraftscher Tradition.

 

 

Leseprobe

 

Vorwort

 

Wie es genau dazu kam, dass die bescheidene Ortschaft Blauenswede am See binnen weniger Monate von fast allen Einwohnern verlassen wurde und zu einer Geisterstadt verfiel, blieb der Öffentlichkeit verborgen. Es war auch nicht so, dass man einen bestimmten Grund angeben konnte. Hätte man die Einwohner einzeln befragt, so hätte die eine gesagt, dass sie schon längst lieber zu ihrer verheirateten Tochter gezogen wäre, und der andere, dass ihm die Luft so nah am Wasser nicht bekam, wieder andere hätten geantwortet, dass sie in die Großstadt ziehen wollten, um zu studieren oder um näher bei einem Verlobten zu sein. Alles alltägliche und vernünftige Gründe. Das Seltsame war nur, dass plötzlich fast allen Einwohnern solche Gründe in den Sinn kamen, vom Bürgermeister Lutz abwärts bis zu dem armen Arthur Glass, der schon vorher nicht ganz richtig im Kopf gewesen war und seit den Ereignissen in diesem dunklen, glühenden August vollkommen den Verstand verloren hatte.

 

Alle – oder fast alle – in Blauenswede hatten sie miterlebt und doch hörte nie ein Außenstehender jemanden davon sprechen. Von den unruhigen heißen Nächten ohne Sterne und den missgestalteten Schatten, die da und dort an einer Wand entlang huschten, von den seltsamen Objekten, die aus der Tiefe des Stausees hochgespült wurden und jenen unerklärlichen Botschaften, die Arthur Glass mit seiner Funkanlage empfangen zu haben behauptete. Es war, als hätte es die Hundstage, in denen der Wasserspiegel des Stausees so merkwürdig hoch stieg anstatt in der Hitze zu sinken, nie gegeben; als wären sämtliche Einwohner von Blauenswede während dieser Tage geistesabwesend oder betrunken gewesen, so dass sie sich an nichts mehr erinnern konnten. Nur eine einzige Person behauptete sich zu entsinnen – eine etwas undurchsichtige Frau namens Laura Gerricke. Sie schrieb sogar ein Buch über ihre Erlebnisse, das ein großer Verkaufserfolg wurde. Allerdings ist man allgemein der Ansicht, dass es sich bei diesem „Tatsachenbericht“ um das Produkt einer blühenden Schriftsteller-Fantasie handelt.

 

Die sechzehnjährige Birgit Rostock war eine der wenigen Augenzeugen, die nicht unmittelbar aus Blauenswede stammten. Der Zufall – was man so Zufall nennt – hatte es gewollt, dass sie mit ihrer Mutter Christine einer von deren Schulfreundinnen einen längeren Besuch abstattete. Oder hatte ihre Anwesenheit in Wirklichkeit einen anderen und viel tieferen Grund gehabt? War es ihr bestimmt gewesen in diese unerklärlichen und unheimlichen Geschehnisse hineingezogen zu werden? Vielleicht war schon der erste drohende Schatten zukünftiger Ereignisse über sie gefallen, als sie heftig gegen den Plan ihrer Mutter protestierte.